Zeckenbiss zwingt René Rumberger in den Rollstuhl

Link durch einen Zeckenbiss in den Rollstuhl

Einst war er freischaffender Artist, heute ist er an den Rollstuhl gefesselt: René Rumberger aus Seelitz bei Mügeln leidet an Borreliose. Dass es soweit kam, dafür macht er die Ärzte verantwortlich. Doch auch nach der Diagnose wurde es für ihn nicht einfacher.

Als sich René Rumberger eines Tages im Juli 2014 auf seinen Auftritt vorbereitete, da wusste er noch nicht, dass ein winziges Tier sein Leben für immer verändern würde. Denn der heute 39-Jährige, der damals mit seiner Frau Susan, seinen beiden Kindern und mehreren Tieren als freiberuflicher Artist vor Kindern, auf Festen oder in Krankenhäusern auftrat, wurde an diesem Tag von einer Zecke gebissen.

Viel mehr als ein Jucken spürte er zunächst nicht. Erst am nächsten Tag fiel ihm eine rötliche Schwellung über dem Fuß auf. Was er noch nicht ahnte: Er hatte sich mit Borreliose infiziert.

Ärzte erkannten Krankheit nicht

Sein Hausarzt sah keinen Handlungsbedarf. Als die Fieberschübe und Schmerzen aber immer stärker wurden, suchte Rumberger weitere Ärzte auf. Erst der fünfte führte einen Bluttest durch und verschrieb ihm Antibiotika. „Mir ging es kurzzeitig besser, ich war schon wieder guter Hoffnung.“ Doch die Karenzzeit von zehn bis zwölf Tagen war da schon um mehr als zwei Wochen überschritten, eine Heilung nicht mehr möglich.

Noch war Rumberger aber mobil. Da war der Kaufvertrag für ein Haus in Seelitz bereits unterschrieben, der familiäre Umzug von Leipzig in das kleine Dorf zwischen Mügeln und Wermsdorf beschlossene Sache.

Krankheit schritt unaufhaltsam voran

Eines Morgens dann versagte sein Fuß. Es folgte ein erneuter Ärztemarathon, bei dem ihm mehrere Neurologen bescheinigten, entweder an einer posttraumatischen Belastungsstörung, einer rheumatischen Erkrankung oder schlichter Einbildung zu leiden. „Die meisten haben sich den Fuß nicht mal angeschaut und keiner hat etwas unternommen.“

Währenddessen schritt die Erkrankung unaufhaltsam voran, die Borrelien griffen Rumbergers Nervenzellen und Rückenmark an. Erst ein Spezialist aus Nordrhein-Westfalen vermochte eine genaue Diagnose zu stellen. „Er sagte, die Ärzte hätten meinen Mann in den Rollstuhl gebracht“, berichtet Susan Rumberger.

Inzwischen ist auch sein zweiter Fuß gelähmt. In seiner linken Hand spürt er immer weniger, die Sehkraft auf dem linken Auge ist auf 50 Prozent geschrumpft. Sein aktueller Zustand: inkomplette Querschnittslähmung, Pflegegrad drei, zu 90 Prozent schwerbehindert.

http://www.lvz.de/Region/Oschatz/Zeckenbiss-zwingt-Rene-Rumberger-aus-Seelitz-bei-Muegeln-in-den-Rollstuhl

 

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s