So steht es nach der Flutkatastrophe auf Mallorca um die Urlaubsorte an der Ostküste

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Wie schlimm ist es um die Dörfer im Katastrophengebiet bestellt? Kommt ganz darauf an. Die MZ ist am Tag zwei nach der Flut die Orte abgefahren

Sophie Mono 11.10.2018 | 17:31

Fotogalerie: So sieht es aus im Katastrophengebiet

Mallorca ist auch am Tag zwei nach dem großen Unwetter eine Insel mit zwei Gesichtern. Während große Teile der Insel gar nichts von den Wassermassen mitbekommen haben, herrscht in anderen Orten Katastrophenstimmung. Und in einigen beides zugleich: Urlauber sonnen sich neben übermüdeten Rettungskräften, und während einige Orte von Helfern überrannt werden, fühlen sich die Betroffenen in anderen Dörfern alleingelassen. MZ-Tour am Donnerstag (11.10.) durch das gesamte Katastrophengebiet.

Sant Llorenç

Keine Frage: Der Ort, in dem die Wassermassen am meisten Schaden angerichtet haben, ist die 8.000-Einwohner-Gemeinde im Inselinneren. Auch am Donnerstagmittag (11.10.) spielen sich hier Szenarien wie in einem Kriegsfilm ab. Das Basislager der Einsatzkräfte am Ortseingang ist im Vergleich zum Vortag noch einmal gewachsen. Neben dem Zivilschutz und der Rettungszentrale der Balearen-Regierung haben hier mittlerweile auch das Militär, Rettungssanitäter und die Feuerwehr Zelte aufgeschlagen. Fernsehsender parken ihre Übertragungswagen mit den riesigen Antennen direkt daneben. Es ist Mittagszeit, und die Sonne strahlt warm.

Auf dem Fußweg ins Dorf – für Privatfahrzeuge ist die Zufahrt noch immer gesperrt – kommen der MZ-Reporterin scharenweise schlammbedeckte Menschen entgegen, die bereits stundenlang geackert haben. Teils mit Spaten und Besen,die der Zivilschutz verteilt hat. Es ist auffällig, wie viele Zivilisten darunter sind. Eine Gruppe sticht mit ihren grellgrünen T-Shirts hervor: junge Menschen, gerade volljährig. „Das haben sie alles selbst initiiert“, sagt Xisco Olivares, der hinter der Gruppe herläuft. Er ist Lehrer an der Berufsschule in Felanitx, die Jugendlichen einige seiner Ausbildungsschüler. „Statt normal Unterricht zu machen, haben die Schüler darauf bestanden, hierhin zu fahren und zu helfen“, erzählt Olivares. Seit den frühen Morgenstunden hätten die 26 Schüler dabei geholfen, Schlamm aus Wohnhäusern zu entfernen. „Die Koordination durch das Rathaus war super, wir wurden da eingeteilt, wo es am nötigsten war“, so der Lehrer.

 

https://www.mallorcazeitung.es/lokales/2018/10/11/so-steht-katastrophe-um-urlaubsorte/63330.html

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